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Pressemitteilung 35/26 - 14.04.2026

DFG-Projekt ?Die Toponyme des Zw?lfprophetenbuchs“ bewilligt

Im Projekt besch?ftigen sich die Forscherinnen und Forscher mit den Ortsangaben in den biblischen Büchern Hosea bis Maleachi

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft?f?rdert ein neues?Vorhaben?des?Theologen?Prof. Dr. Erasmus Ga? der Universit?t Augsburg.?Das?Projekt?untersucht die Ortsangaben des?Dodekaprophetons?(Hos–Mal)?im Alten?Testament?in historischer und literarischer Hinsicht.

Hosea - James Tissot James Tissot, Public domain, via Wikimedia Commons

Das?Zw?lfprophetenbuch?– im Griechischen ?Dodekapropheton“ – ist eine Sammlung von?zw?lf kürzeren prophetischen Büchern des Alten Testaments, die im jüdischen Kanon als ein einziges Werk (?Die Zw?lf“) gelten. Es umfasst?die Bücher?Joel, Obadja, Jona, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai,?Maleachi?sowie?Hosea, Amos, Micha und Sacharja.

Gegenstand der Untersuchung sind vor allem die Orte in den vier letztgenannten Büchern. Forschungsthemen sind unter anderem: Welche Zusammenh?nge stellen die Texte zwischen den Ortsangaben her? Welche Aussagekraft haben die Ortsangaben im Erz?hlgef?lle des Textes?

Dabei werden textbezogene Fragen zur Darstellung und Funktion von Orten im Text mit biblisch-arch?ologischen Perspektiven in Verbindung gebracht. Auf diese Weise kann die methodisch innovative Analyse, die von Prof. Ga? und seinen Mitarbeitern in bisherigen Projekten zur biblischen Topographie geleistet wurde, weitergeführt werden.

Herausfinden, wie Texte entstanden sind

Die meisten Belege für Ortsangaben sind in den Büchern Hosea (136) und Amos (115) zu finden, w?hrend die topographische Verortung in den übrigen Büchern mit Ausnahme des Sacharja-Buches einen untergeordneten Stellenwert einnimmt. Die Bücher Jona, Habakuk, Haggai und Maleachi verzichten sogar weitgehend auf Ortsangaben. Vor diesem Hintergrund sollen vorrangig die 65 Orte in den Büchern Hosea und Amos behandelt werden, bevor die Zuordnung der im Text genannten Orte zu einem konkreten geografischen Platz in der realen Welt bei den übrigen Büchern vorgenommen werden kann. Ein Blick auf die Ortsangaben liefert Erkenntnisse zur Entstehung der biblischen Texte und deren historischer Kontexte.

Da es zudem zahlreiche Bezüge des Zw?lfprophetenbuchs zu den gro?en Propheten – vor allem Jesaja – gibt, m?chten die Forscherinnen und Forscher untersuchen, ob es auch Verbindungslinien hinsichtlich der Topographie gibt. Da Orte positiv oder negativ konnotiert sein k?nnen (Jerusalem vs. Sodom), ist die Verortung biblischer Texte nicht belanglos, sondern er?ffnet zus?tzliche Bedeutungspotentiale, oder wie Ga? sagt: ?Namen sind mehr als Schall und Rauch. Es macht einen gro?en Unterschied, wo eine biblische Erz?hlung spielt.“

Grundlegende historische und geografische Fragen beantworten

Das Forschungsprojekt hat zwei Hauptziele. Es soll zuerst kl?ren, in welchem historischen Umfeld die untersuchten Texte entstanden sind. Dafür werden geografische und literarische Informationen über die genannten Orte genauer betrachtet. Au?erdem werden die Experten untersuchen, welche theologischen Themen mit diesen Ortsnamen verbunden sind. Nach der vorgegebenen Methode müssen jedoch zun?chst die grundlegenden historischen und geografischen Fragen beantwortet werden. Erst danach k?nnen die literarischen und theologischen Bedeutungen der Orte analysiert werden.

Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 341.302 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren gef?rdert. Es knüpft an die bisherige Untersuchung der Ortsnamen im Buch Josua des Alten Testaments an.

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