Erfassung der klimarelevanten Emissionen
Wie klimafreundlich ist die Universit?t Augsburg heute – und wo setzt wirksamer Klimaschutz an? Mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept 2025 legt die Universit?t erstmals eine umfassende und transparent nachvollziehbare Treibhausgasbilanz vor. Sie zeigt für das Bilanzjahr 2024, wo klimarelevante Emissionen entstehen, und schafft damit eine wissenschaftlich fundierte Grundlage, um Klimaschutz systematisch, verantwortungsbewusst und zielgerichtet weiterzuentwickeln. Orientiert an anerkannten internationalen Standards macht die THG-Bilanz Entwicklungen sichtbar und weist den Weg für konkrete Ma?nahmen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit an der Universit?t.
Treibhausgasbilanz 2024 und Integriertes Klimaschutzkonzept der Universit?t Augsburg
Um Klimaschutz an der Universit?t Augsburg systematisch, verantwortungsbewusst und wirksam voranzubringen, ist es notwendig, die eigenen Treibhausgasemissionen transparent und nachvollziehbar zu erfassen. Mit ihrem Integrierten Klimaschutzkonzept 2025 legt die Universit?t Augsburg erstmals eine umfassende Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) vor. Diese bildet den Status quo der klimarelevanten Emissionen für das Bilanzjahr 2024 ab und schafft eine fachlich fundierte Grundlage für die weitere Ausgestaltung des Klimaschutzes an der Universit?t.
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Das Klimaschutzkonzept wurde mit F?rderung durch die Nationale Klimaschutzinitiative erstellt und orientiert sich an den international etablierten und wissenschaftlich anerkannten Standards des GHG-Protokolls sowie der ISO 14064-1. Die THG-Bilanz ist dabei ein zentrales Instrument, um Emissionsquellen sichtbar zu machen, Entwicklungen über die Zeit zu verfolgen und Handlungsbedarfe zu identifizieren.
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Umfang der Bilanzierung
Die Treibhausgasbilanz erfasst Emissionen aus
- Scope 1 (direkte Emissionen, z. B. aus Erdgasverbrauch, Fuhrpark und K?ltemitteln),
- Scope 2 (indirekte Emissionen aus Strom- und Fernw?rmebezug) sowie
- Scope 3 (weitere indirekte Emissionen, u. a. aus Mobilit?t, Bauaktivit?ten, Beschaffung sowie Dienst- und Studierendenreisen)
Für Hochschulen in Bayern ist die j?hrliche Erstellung einer Treibhausgasbilanz verpflichtend. Um einen einheitlichen Rahmen für die j?hrliche Fortschreibung der Bilanzierung sicherzustellen, ist eine sogenannte Kernbilanz mit festgelegtem Bilanzierungsumfang vorgesehen. Diese umfasst Scope-1- und Scope-2-Emissionen vollst?ndig und darüber hinaus auch die folgenden Scope-3-Emissionsquellen: Eingekauftes Papier, eingekaufte IT-Ger?te, Vorketten eingekaufter Energie(tr?ger), Abf?lle und Flugreisen.
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Die Universit?t Augsburg weist darüber hinaus eine Gesamtbilanz aus. Diese umfasst zus?tzlich zur Kernbilanz weitere relevante Emissionsquellen, etwa aus Bauaktivit?ten, weiteren Beschaffungspositionen, Reiset?tigkeiten insgesamt oder der Pendelmobilit?t. Die Gesamtbilanz verfolgt dabei grunds?tzlich das Ziel einer vollst?ndigen Erfassung aller Emissionsquellen der Universit?t, ist jedoch durch bestehende Datenlücken limitiert. Im Vergleich zur Kernbilanz, die Jahr für Jahr denselben Bilanzierungsumfang besitzen wird, wird der Bilanzierungsumfang der Gesamtbilanz durch die erhebbare Datengrundlage bestimmt.
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Zentrale Ergebnisse der THG-Bilanz 2024
Für das Jahr 2024 ergibt sich für die Universit?t Augsburg eine Gesamtemissionslast von 28.249 t CO2-?quivalenten. Die verpflichtende Kernbilanz umfasst 8.499 t CO2-?quivalente.
Die Emissionen der Gesamtbilanz verteilen sich wie folgt:
- Scope 1: 505 t CO2-?q.
- Scope 2[1]?: 5.672 t CO2-?q.
- Scope 3 (gesamt): 22.072 t CO2-?q.
Der überwiegende Teil der Emissionen entf?llt auf Scope 3, insbesondere auf den Pendelverkehr Studierender und Besch?ftigter, auf Bauaktivit?ten sowie auf Reiset?tigkeiten. Die direkten Emissionen in Scope 1 spielen im Vergleich zu Scope 2 und Scope 3 auf den ersten Blick eine eher untergeordnete Rolle, deren Reduktion jedoch im Rahmen eines verantwortungsbewussten universit?ren Klimaschutzmanagements nicht minder wichtig ist.
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Hinweis: Die hier dargestellten Emissionen aus dem Mobilit?tsverhalten (und damit auch die Zahlen in Scope 3 und insgesamt) stellen lediglich eine erste, grobe Absch?tzung dar. Durch Umfragen unter Studierenden und Besch?ftigten im 1. Quartal 2026 wird eine geeignetere Datenbasis geschaffen, woraufhin die hier dargestellte Emissionslast zu Beginn des 2. Quartals 2026 noch einmal angepasst werden wird.
[1] ortsbasiert
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Geb?udeemissionen
Die THG-Bilanz enth?lt zudem eine geb?udespezifische Auswertung der Emissionen aus Strom-, Fernw?rme- und Erdgasverbrauch. Berücksichtigt werden alle selbstverwalteten sowie angemieteten Liegenschaften, für die im Jahr 2024 belastbare Verbrauchsdaten vorlagen. Geb?ude mit unvollst?ndiger Datenlage sind entsprechend gekennzeichnet; diese gilt es in den folgenden Jahren kontinuierlich zu verbessern und zu vervollst?ndigen.
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Entstehung der Bilanz: Datengrundlage und Beteiligung
Die Erstellung der Treibhausgasbilanz ist mit einem erheblichen Erhebungs- und Abstimmungsaufwand verbunden. Insgesamt flie?en rund 250 einzelne Datenpunkte (Stand Dez. 2025) aus unterschiedlichen Bereichen in die Gesamtbilanz ein. Viele dieser Daten wurden in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen und Referaten der Zentralverwaltung sowie mit externen Beh?rden erhoben, geprüft und manuell aufbereitet und schlie?lich hinsichtlich ihrer Treibhausgasrelevanz bewertet.
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Ein wesentlicher Bestandteil der Bilanz sind zudem Daten zum Mobilit?tsverhalten von Studierenden und Besch?ftigten, die unter anderem auf Befragungen und Hochrechnungen basieren. Zur weiteren Verbesserung der Datengrundlage werden im 1. Quartal 2026 vertiefende Mobilit?tsumfragen durchgeführt, deren Ergebnisse in die zukünftige Fortschreibung der THG-Bilanz einflie?en.
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Einordnung und Umsetzung im EMAS-Rahmen
Die Ergebnisse der Treibhausgasbilanz bilden die Grundlage für die weitere Umsetzung und Fortschreibung von Klimaschutzma?nahmen im Rahmen des Umweltmanagementsystems EMAS. EMAS dient an der Universit?t Augsburg als übergeordneter Struktur- und Steuerungsrahmen, in dem Klima- und Umweltschutzma?nahmen geplant, umgesetzt, überprüft und weiterentwickelt werden. Auf Basis der Gesamtbilanz wurden zahlreiche Reduktionspotenziale und Handlungsbereiche identifiziert, Szenarien entwickelt und ein konkreter Ma?nahmenkatalog erarbeitet. Diese werden im Zuge der Fortschreibung des Klima- und Umweltmanagements kontinuierlich geprüft, bewertet und umgesetzt.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die Ergebnisse der Treibhausgasbilanz machen deutlich: Ein gro?er Teil der Emissionen entsteht durch allt?gliche Entscheidungen im Universit?tsalltag – etwa durch Mobilit?t, Energieverbrauch oder beschaffte Produkte. Damit k?nnen alle Mitglieder der Universit?t durch ihr verantwortungsbewusstes Handeln aktiv zur Vermeidung und Reduktion von klimasch?dlichen Treibhausgasen beitragen. Klimaschutz an der Universit?t Augsburg ist somit eine gemeinschaftliche Aufgabe, die langfristig auch einen Wandel von Routinen und Alltagspraktiken erfordert.
Weiterentwicklung und Transparenz
Die Treibhausgasbilanz wird künftig j?hrlich aktualisiert. Parallel dazu wird die Datengrundlage – insbesondere im Bereich Mobilit?t – weiterentwickelt, unter anderem durch vertiefende Erhebungen, um Emissionen zukünftig noch differenzierter und belastbarer abbilden zu k?nnen. Eine breite Beteiligung an entsprechenden Erhebungen tr?gt dazu bei, die Qualit?t und Aussagekraft der THG-Bilanz weiter zu verbessern.
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Mit der Ver?ffentlichung der THG-Bilanz 2024 und des integrierten Klimaschutzkonzepts 2025 informiert die Universit?t Augsburg über den aktuellen Stand der Bilanzierung und schafft eine transparente Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit Klimaschutz im Hochschulbetrieb.
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→ Das integrierte Klimaschutzkonzept 2025 steht hier zum Download zur Verfügung.? Klimaschutzkonzept 2025
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F?rderprojekt der Nationalen Klimaschutzinitiative
Im Zeitraum vom 01.10.2023 bis zum 31.10.2025 f?rdert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (zu F?rderbeginn Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) das Projekt "KSI: Klimaschutzmanagement - Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Universit?t Augsburg (KlimKonUniA)" im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (F?rderkennzeichen 67K20555).?
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Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und f?rdert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivit?ten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven F?rderma?nahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative tr?gt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
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