Bericht: Exkursion der Englischdidaktik nach Cardiff/UK
Sebastian Ga?ner und Petra Kirchhoff berichten über die im Rahmen des Projekts A.LEAP?vom 2. bis 6. M?rz 2026 durchgeführte Exkursion nach Cardiff/Wales. Besucht wurden u.a. das Cardiff Castle und das National Museum Cardiff. Im Zentrum der Exkursion stand der für die angehenden Lehrkr?fte besonders interessante Aufenthalt an der Cardiff Metropolitan University.? ? ? ?A.LEAP" – der Name ist Programm. Das Projekt soll für die Universit?t Augsburg und ihre Lehramtsstudierenden buchst?blich ein Sprung nach vorne sein: raus aus dem gewohnten Studienbetrieb, rein in eine internationalisierte Lehrkr?ftebildung. Konkret bedeutet das: mehr M?glichkeiten für Auslandsprogramme, mehr interkulturelle Erfahrungen auch direkt vor Ort in Augsburg (Stichwort: Internationalisierung@home) und ein echtes europ?isches Netzwerk mit sieben Partneruniversit?ten, das langfristig tragen soll. Dabei sollen nicht nur einzelne besonders mobile Studierende profitieren – das Projekt richtet sich bewusst an Lehramtsstudierende aller Schulformen. Cardiff – Unser erster ?A.LEAP" in die Lehrkr?ftebildung im Ausland Was das in der Praxis bedeuten kann, haben wir auf unserer Exkursion nach Cardiff am eigenen Leib erfahren – gef?rdert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), ohne den diese Reise für viele von uns schlicht nicht m?glich gewesen w?re. ? ? Der Austausch an der Cardiff Met – das Herzstück der Reise Die für uns als angehende Lehrkr?fte wohl wertvollste Zeit verbrachten wir an der Cardiff Metropolitan University. Dank der tollen Organisation von Dr. Tom Breeze (Senior Lecturer in Teacher Education and Professional Learning Music) und Dr. Gabriel John Robert (Senior Lecturer in TESOL), konnten wir den Campus erkunden und uns direkt mit Studierenden und Dozierenden über die Unterschiede in der Lehrerausbildung austauschen. Das war genau die Art von Begegnung, die man aus keinem Lehrbuch bekommt.? Aberfan – ein Moment, der bleibt Einen tiefen, nachhaltigen Eindruck hat die Gedenkst?tte des Aberfan-Unglücks hinterlassen, bei dem nach einem Grubenunfall viele Menschen – darunter erschreckend viele Kinder – ums Leben kamen. Vor Ort kamen wir mit Menschen ins Gespr?ch, die das Unglück teils selbst erlebt hatten. Man merkt sofort, wie pr?sent diese Erinnerung noch ist – und gleichzeitig, wie viel W?rme und Zusammenhalt in dieser Gemeinschaft stecken. Das war eine von diesen Erfahrungen, die sich ins Ged?chtnis einbrennen. Den Abschluss machte eine Untertagetour im Big Pit National Coal Museum, die eindrucksvoll gezeigt hat, was es wirklich bedeutete, als Bergarbeiter zu schuften. Fazit: Genau das, wofür A.LEAP steht Diese Reise hat bei allen von uns deutliche Spuren hinterlassen – kulturell, sprachlich, pers?nlich. Und sie zeigt, warum Projekte wie A.LEAP so wichtig sind: Internationale Erfahrungen sollten keine Ausnahme für ein paar besonders engagierte Studierende sein, sondern für m?glichst viele angehende Lehrkr?fte zug?nglich werden. Wir sind dem DAAD sehr dankbar, dass das m?glich war – und freuen uns darauf, was A.LEAP als n?chstes auf den Weg bringt. ?A.LEAP – Ein Sprung in die internationale Lehrkr?ftebildung
Sebastian Ga?ner und Petra Kirchhoff, 23.03.2026
Alle Teilnehmenden studieren Lehramt Englisch – mit ganz unterschiedlichen Zweitf?chern, von Mathematik bis Sport. Und obwohl Englisch unser gemeinsames Fach ist, hatte sich vor der Reise niemand von uns wirklich intensiv mit Wales besch?ftigt. Dabei liegt Wales direkt vor der Haustür des englischsprachigen Kulturraums – und hat doch eine ganz eigene Geschichte, Sprache und Identit?t. Das Kennenlernen dieses Kulturraums war deshalb nicht nur ein nettes Reiseerlebnis, sondern ein echter fachlicher Gewinn: Wer Englisch unterrichtet, sollte eben auch wissen, dass ?Englisch" nicht gleich ?britisch" und ?britisch" nicht gleich ?walisisch" ist.
Los ging es mit einer Führung durch Cardiff Castle, die uns gleich zu Beginn gezeigt hat, wie eng Geschichte, Wirtschaft und Kultur miteinander verwoben sein k?nnen. Der dritte Marquess of Bute lie? das Schloss im neugotischen Stil ausbauen – finanziert vom Boom der walisischen Kohleregion. Beeindruckend, und definitiv einen Besuch wert.
Am zweiten Tag stand das National Museum Cardiff auf dem Programm. Die naturwissenschaftliche Ausstellung zur Geologie von Wales war lehrreich, aber das eigentliche Highlight war der Zugang zur Sonderausstellung ?Gwen's World of Colour" der Künstlerin Gwen John und die Führung einer Studierenden. Danach ging es weiter zum St Fagans National Museum of History, einem Freilichtmuseum, auf dem Geb?ude aus verschiedenen Epochen versammelt sind. Für alle, die Architektur und Alltagsgeschichte m?gen, ein echtes Paradies.
Es gab au?erdem ein breites Kursangebot – von Mathe über Sport bis Musik – das wir frei besuchen konnten. Besonders spannend: die Kurse zur walisischen Sprache, die von der Regionalregierung aktiv gef?rdert wird und im Alltag auf Schildern und in Schulen allgegenw?rtig ist. Ein sch?nes Beispiel dafür, wie Mehrsprachigkeit als gesellschaftliches Projekt aussehen kann. Einen unvergesslichen Einblick in die walisische Sportkultur gab es obendrauf: Auf dem Campus fand zeitgleich ein gro?es Turnier der Damen-Rugbymannschaft statt. Rugby ist in Wales weit mehr als ein Sport – er ist Teil der nationalen Identit?t, tief verwurzelt im Alltag und in der Gemeinschaft. Für uns war es faszinierend zu erleben, mit wie viel Leidenschaft und Stolz dieser Sport hier gelebt wird.