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Transferkonzept des Transferzentrums Frieden Augsburg (TFA) in der Diskussion

Bei der Jahreskonferenz der (AFK) in Leipzig pr?sentierte TFA-Gesch?ftsführerin Christina Pauls das Transferkonzept des beim Roundtable ?Multidirektionaler Wissenstransfer als Beitrag zur Transdisziplinarit?t der Friedens- und Konfliktforschung“

Das Fishbowl-Panel wurden vom angeboten und von dessen Koordinator Christoph Weller moderiert. Einleitend betonte er die Praxisorientierung der Friedens- und Konfliktforschung und verwies auf einige weit verbreitete Transferbeobachtungen:?Obwohl in Forschungs- und F?rderprogrammen Transfer mehr denn je gefordert sei, werde er vom Wissenschaftssystem kaum belohnt. Wenn aber die für die Friedens- und Konfliktforschung ausgeleuchtet würden, sei Transfer ein wesentliches Element, denn alle drei Kennzeichen von Transdisziplinarit?t seien auf gelingenden Transfer angewiesen:?

(1) Für die Orientierung der Forschung an der Problembearbeitung müssen Wissenschaftler*innen verstehen, welche Praxisprobleme eigentlich bearbeitet werden sollen, weshalb Transfer in transdisziplin?rer Forschung keine Erg?nzung der wissenschaftlichen Publikation von Forschungsergebnissen ganz am Ende des Forschungsprozesses sei, sondern an dessen Anfang stehe, wobei die Wissenschaftler*innen dabei die Rezipient*innen des Transfers zwischen Praxis und Wissenschaft seien.?

(2) Auch die Methodologie transdisziplin?rer Forschung, in der nicht-wissenschaftliches Wissen in eine produktive Verbindung mit wissenschaftlichem Wissen gebracht werden soll, basiere auf gelingendem Transfer, innerhalb dessen das jeweils andere Wissen verstanden werden muss, um seine Relevanz zur erfolgreichen Problembearbeitung angemessen beurteilen zu k?nnen.?

(3) Und die Umsetzung kollektiver Erkenntnisprozesse von Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen innerhalb des transdisziplin?ren Forschungsprozesses - als drittes Kennzeichen von Transdisziplinarit?t - erfordere einen kontinuierlich gelingenden Wissenstransfer. Wenn jedoch diesen drei Anforderungen transdisziplin?rer Forschung durch erfolgreichen Transfer einigerma?en entsprochen werden k?nne, würde das, was üblicherweise mit ?Transfer“ bezeichnet wird, v?llig überflüssig. Denn die relevanten Praktiker*innen sind ja von Anfang an in die gemeinsame Forschung integriert und müssen nicht am Ende mit erg?nzenden ?Transfer“-Anstrengungen und originellen Formaten der Wissenschaftskommunikation erst noch erreicht werden.?


Dieser Einführung in das Fishbowl-Panel folgten drei Diskussionsimpulse von transfererfahrenen Kolleg*innen, in denen u.a. darauf fokussiert wurde, wodurch sich der Transfer in der Friedens- und Konfliktforschung bzw. -praxis vom Transfer in anderen Forschungs- bzw. Praxisfeldern unterscheidet; zudem konnten Erfahrungen aus drei unterschiedlichen institutionellen Kontexten pr?sentiert werden:?

Christina Pauls?(Universit?t Augsburg) berichtete als Gesch?ftsführerin des ?Transferzentrum Frieden Augsburg“ von den Bedarfsanalysen gemeinsam mit Praktiker*innen, die am Beginn der jeweiligen Aktivit?ten des Transferzentrums stünden, dessen Aufgabe darin bestehe, in unterschiedlichen Formaten und Kooperationsformen zum Transfer der Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in die Praxisfelder der Friedensstadt Augsburg beizutragen. Dies h?nge auch damit zusammen, dass das Transferzentrum Frieden Augsburg aufgrund der gemeinsamen Tr?gerschaft von Stadt und Universit?t bereits eine transdisziplin?re Einrichtung sei.?

Ginger Schmitz, Gesch?ftsführerin der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, betonte, dass bereits von ihrem Selbstverst?ndnis als ?Plattform“ her der Transfer in diesem Netzwerk angelegt sei, aber aktuell wachsende Bedeutung bekomme, weil das Feld der Friedensarbeit politisch erheblich unter Druck sei, dem bei gelingendem Transfer erfolgreicher begegnet werden k?nne. Dabei sieht sie ein Transfer-Viereck am Werk von Wissenschaft, Praxis, Politik und ?ffentlichkeit, wodurch Transfer in erheblichem Ma?e eine Form von Diskursarbeit darstelle. Zugleich dürfe nicht übersehen werden, dass Transfer in erheblichem Ma?e an einzelnen Personen h?nge und nur schwer institutionell gesichert werden k?nne.?

Christof Starke?(Friedenskreis Halle & Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung) differenzierte vor seinem Erfahrungshintergrund fünf verschiedene Transferfelder: einerseits eine Theoriebildung, in die Praktiker*innen direkt einbezogen werden, und andererseits eine aus der Praxis heraus entwickelte Forschung, für die aber zumeist die Ressourcen fehlten. Auch Lehrauftr?ge von Praktiker*innen an Hochschulen sind aus seiner Sicht eine wertvolle Form des Transfers, ebenso die Mitwirkung von Wissenschaftler*innen an Austausch- und Begegnungsr?umen, die praxisnah geschaffen werden. Und wofür sowohl von Praktiker*innen als auch von Wissenschaftler*innen seiner Meinung nach mehr getan werden müsse, sei der Transfer Richtung Politik, ?ffentlichkeit und Gesellschaft.?

Mit diesen vier einleitenden Impulsen waren für die sich anschlie?ende Fishbowl-Diskussion zahlreiche Anregungen und vielf?ltige Erfahrungen geliefert, um mit allen Anwesenden über die Spezifika und die Zukunft des Transfers in der Friedens- und Konfliktforschung bzw. -praxis ausführlich zu diskutieren. Und fortgesetzt wurde der Austausch dann gleich am Nachmittag bei Treffen des Arbeitskreises ?Wissenschaft und Praxis“ inklusive Transfer, indem über geeignete Formate gesprochen wurde, mit denen sich Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen gleicherma?en erreichen und miteinander vernetzen lassen.

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