2026 - (Un)Sicherheit und Frieden
Augsburger Gespr?che zu Literatur, Theater und Engagement 2026 #(Un)Sicherheit und Frieden
(UN)SICHERHEIT
Augsburger Gespra?che zu Literatur, Theater und Engagement im Rahmen des
Kulturprogramms des Augsburger Hohen Friedensfestes
im Augsburger Textil- und Industriemuseum
13.-15. Oktober 2026
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?Nach der ?Bedu?rfnispyramide“ des US-Psychologen Abraham Maslow geho?rt ko?rperliche, seelische und materielle Sicherheit zu den grundlegendsten Bedu?rfnissen des Menschen und ru?ckt in die Na?he von Grundbedu?rfnissen wie Essen, Trinken und Schlaf. Auch fu?r den Staat spielt die soziale Sicherheit und Schutz seiner Bu?rger*innen eine besondere Rolle. Sicherheit, so scheint es, ist ein normativer moralischer Wert, den es zu verteidigen gilt und der Schutz vor Gefahren, Stabilit?t und Vorhersehbarkeit im Leben gew?hrleistet. Ohne grundlegende Sicherheit kann es keinen Frieden geben und auch keine Freiheit. Sicherheit hat viele Facetten und umfasst sowohl staatliche, milita?rische, o?konomische, o?kologische, humanita?re, aber auch individuelle Aspekte.
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?Aktuelle Krisensituationen, die sowohl die politische Weltlage als auch das soziale Gefu?ge des Einzelnen betreffen, fu?hren im 21. Jahrhundert zu einem versta?rkten Sicherheitsbedu?rfnis in Kombination mit einem sich ausweitenden staatlichen Sicherheitsversprechen.
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?Sicherheit braucht Vertrauen. Sicherheit ohne Vertrauen kann nicht mit Freiheit in eine Balance gebracht werden. Doch wo sind die Grenzen von Sicherheit, besonders dann, wenn man das Spannungsverha?ltnis von Freiheit und Kontrolle in den Blick nimmt?
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?Nicht selten stimmen die faktische Sicherheitslage und das empfundene Sicherheitsgefu?hl der Menschen nicht u?berein. Eine gesteigerte Wahrnehmung von Risiken und das Empfinden einer gestiegenen Verletzlichkeit sowohl in Bezug auf eine Gefa?hrdung von Leib und Leben, als auch in Bezug auf Verlust eines sozialen und materiellen Status werden nicht selten durch populistische Diskurse geschu?rt und schlagen sich in einem versta?rkten Sicherheitsbedu?rfnis nieder.
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?Das Verha?ltnis von Sicherheit und Gewalt ist ein paradoxes. Ha?ufig dient Sicherheit als Legitimation fu?r die Anwendung von Gewalt. Den Adressaten dieser Gewalt wiederum wird damit die grundlegendste Sicherheit genommen. Rassismus und Gewalt in Polizei und Milita?r oder Racial-Profiling zeigen, dass Sicherheit eben nicht gleich Sicherheit fu?r alle ist. Umgekehrt zeugen Angriffe auf Polizei, Rettungspersonal, Politiker:innen oder Mitarbeitende in Beho?rden von einer fragilen Sicherheit fu?r Personen, die fu?r die leibliche und soziale Sicherheit zusta?ndig sind.
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?Zu fragen ist: Wie kann Sicherheit - als grundlegendes menschliches Bedu?rfnis und als Voraussetzung fu?r Frieden aber gleichzeitig auch als missbrauchsanfa?lliges Konzept und Legitimation fu?r Gewalt und Bedrohung fu?r Andere – fu?r ALLE hergestellt und geschu?tzt werden?
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?Die Augsburger Gespra?che wollen dieses Jahr vor allem nach der Dialektik von Sicherheit und Unsicherheit fragen. Wie werden diese Themen inhaltlich, aber vor allem in den ku?nstlerischen Ausdrucksweisen selbst verhandelt? Zeichnen sich die Ku?nste nicht gerade durch ein hohes Ma? an Unsicherheit aus, stellen das Risikobehaftete in den Mittelpunkt und gelten als Experimentierfeld, das Mut erfordert und keinen doppelten Boden besitzt? Welche Rolle ko?nnen sie also spielen im Diskurs um Sicherheit und Unsicherheit, welche Haltung zu dem Sicherheitsbedu?rfnis einer Gesellschaft nehmen sie ein, wie wird in ihren jeweiligen Ausdrucksformen daru?ber nachgedacht und welche Diskurse ko?nnen sie dadurch anregen?
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?Diese und andere Fragen sollen im Mittelpunkt der diesja?hrigen Augsburger Gespra?che zu Literatur, Theater und Engagement stehen. Gemeinsam mit Studierenden wird in Form von Werkstattgespr?chen drei Tage hinter geschlossenen Tu?ren diskutiert. Es kommen unter anderem Michel Abdollahi,?Emre Akal und Nava Ebrahimi.?Abgerundet werden die Tage durch eine ?ffentliche Podiumsdiskussion, die live auf BR2 u?bertragen wird. Die Moderation u?bernimmt Niels Beintker, der seit Jahren dieses Format begleitet und auch die drei Tage u?ber anwesend sein wird.
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?Der Zeichner Michael Jordan begleitet seit nunmehr drei Jahren die Augsburger Gespra?che mit seinen graphic recordings und wird auch in diesem Jahr wieder mit dabei sein.
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